Vom Wiederfinden in Hangzhou

Sonntag, 19. Juli 2026DEDeutsch

Vom Wiederfinden in Hangzhou
Noch einmal in Hangzhou, einer Stadt, die mich mehr bewegt, als ich lange verstanden habe.

Der Wendepunkt

In den ersten zwei Monaten meiner Sommerferien ging das Leben nicht so gut. Zwischen dem 10. Juni und dem 6. Juli bin ich überhaupt nicht spazieren gegangen. Ich fand das sehr ungesund und vielleicht auch etwa kontra-produktiv. Aber ich dachte, dass ich an dieser Situation nicht viel ändern konnte: ich musste all meine Arbeite erledigen; die meisten Aufgaben, wenn nicht sogar alle, waren an feste Fristen gebunden, und es war schlicht unmöglich, alles liegen zu lassen.

Ich war wirklich verzweifelt, dass der Rest meiner Ferien weiter so geht.

Aber hier kommt der Wendepunkt: Anfang Juli hat mir eine Freundin von mir eine Nachricht geschickt, und sie hat mich gefragt, ob ich irgendwann nach Hangzhou kommen könnte. Sie hatte schon früher mit mir darüber gesprochen, aber ich dachte, dass sie das nur so nebenbei gesagt hatte.

Nach ihrem Vorschlag habe ich für einen Moment gedacht, und dann habe ich auf sie antwortet „ja natürlich”. Es war wohl das erstes Mal, dass ich eine spontane Reise gemacht. Jedoch machte ich mir Sorgen, dass ich, wenn ich wegfahren würde, nicht so viel Arbeit erledigen könnte. Dann traf ich eine Entscheidung, die ich sofort nach der Reise — oder eigentlich schon früher, während der Reise — bereute: nur drei Tage in Hangzhou zu verbringen.

Ehrlich gesagt hätte ich eine langere Reise geplant sollen.

Der erste Tag

Es war tatsächlich das erste mal, dass ich allein mit dem Hochgeschwindigkeitszug gefahren bin, und dieses Erlebnis — oder genauer gesagt, dieses Gefühl — war für mich etwas Neues. Aber noch stärker war die ständige Vorfreude auf die Reise. Die Zeit verging viel langsamer als üblich, und ich schaute ständig auf die Uhr, um zu sehen, wie viel Zeit noch übrig war.

In der Nacht davor, habe ich überhaupt nicht geschlafen, um das Spiel zwischen Spanien und Portugal zu sehen. Glücklicherweise hat Spanien gewonnen, und für mich war das ein sehr guter Start in die Reise. Ich hatte so viel Energie, dass die Schlaflosigkeit kein Einfluss auf mich hatte.

Endlich nach langem Warten kam ich in Hangzhou Ost an. Draußen waren es 38 °C, aber ich habe das gar nicht bemerkt, vielleicht weil ich so aufgeregt war, oder die Hitze schon erwartet hatte.

Das Öffentliche Verkehrssystem in Hangzhou ist sehr gut entwickelt. Direkt am Bahnhof kann man mit der U-Bahn fahren. Es gibt dort ein paar Optionen von U-Bahnlinien, und ich habe die Linie 19 genommen. Ich war ein bisschen beeindruckt, dass es mehr als 19 U-Bahnlinien in Hangzhou gibt — im Vergleich dazu gibt es nur 13 in Tianjin. Ich konnte mich schon vorstellen, wie kompliziert und praktish das U-Bahnnetz in Hangzhou ist. Bei diesen Gedanken bekam ich noch mehr Lust, mich in Hangzhou anzusiedeln, worüber ich schon während meiner ersten Reise nach Hangzhou nachgedacht hatte. Aber jetzt bin ich mir sicher, dass dieser Ort für mich der richtige ist.

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